ESSAOUIRA GNAOUA AND WORLD MUSIC FESTIVAL – 25TH EDITION
25TH EDITION OF THE GNAOUA AND WORLD MUSIC FESTIVAL, A QUARTER CENTURY OF HIGHLIGHTING MOROCCO’S CULTURAL RICHNESS

 

The primary aims of the Gnaoua and World Music Festival, when founded in 1998, were to reclaim an endangered heritage deeply rooted in Africa, to showcase and redeem the forgotten splendourof Essaouira, and to contribute to shining a light on Moroccan culture throughout the world. Today, we can state with confidence that these objectives have been met and indeed have surpassed our initial expectations. Weiterlesen

Unter der musikalischen Leitung von Magnus Lindgren hat die mehrfach Grammy nominierte SWR Big Band zum Heimspiel eingeladen – gemeinsam mit den „Nordic Voices“ Silje Nergaard, Sinne Eeg und Isabella Lundgren. Hier ist der Konzert-Livemitschnitt aus der Stuttgarter Liederhalle vom 12. Mai in voller Länge zu sehen.

Die beliebten Heimspiel-Konzerte der SWR Big Band bekommen in der Stuttgarter Liederhalle eine neue Variante: Klanglich auf Hollywood-Breitwandformat angelegt mit zusätzlichen Streichern, Perkussionisten und Harfe. Den satten Sound veredeln Silje Nergaard, Sinne Eeg und Isabella Lundgren mit eigens neu arrangierten Stücken von Jazz und Swing bis hin zu Singer-Songwriter Songs.

Silje Nergaard (Norwegen) ist wohl die bekannteste Sängerin in Deutschland, hat 16 vielfach ausgezeichnete Alben veröffentlicht und stand mit Al Jarreau, Pat Metheny und Vince Mendoza auf der Bühne. Sie wird auch gerne als Joni Mitchell des Nordens bezeichnet.

Cairo Steps ist eines der führenden Musikprojekte im Bereich der instrumentalen Musik mit einer Geschichte von über 20 Jahren. Das Projekt hat bereits zweimal den Gold German Jazz Award mit Quadro Nuevo bekommen und trat in einigen der bekanntesten internationalen Theater und Opernhäuser auf, darunter Berlin, Hamburg, Frankfurt, Rom, Mailand, Abu Dhabi, Kuwait, LA, New York und Kairo. Das Projekt wird von einer Gruppe hochtalentierter und erfahrener Musiker geleitet, die sich auf eine Vielzahl von instrumentalen Musikstilen spezialisiert haben, darunter Jazz, Klassik und Weltmusik. Sie konnten einen einzigartigen und fesselnden Klang schaffen, der ihnen Kritikerlob und eine treue Fangemeinde eingebracht hat.

Cairo Steps hat den Ruf, hochwertige Musik zu produzieren, und ist bekannt für ihre dynamischen Live-Auftritte. Deren Musik zeichnet sich durch eine innovative Mischung aus traditionellen und zeitgenössischen Elementen aus und schöpft Inspiration aus dem reichen kulturellen Erbe der arabischen Welt. Sie haben sich auch an verschiedene Zielgruppen und Veranstaltungsorte angepasst und in einigen der renommiertesten Locations weltweit gespielt.

Am 21. Januar 2024 war die Phoenixhalle im Römerkastell Stuttgart Schauplatz eines unvergesslichen Musikereignisses: dem „SWR Big Band | Heimspiel No. 16“. Unter den talentierten Musikern befand sich auch der renommierte Percussionist Rhani Krija, der mit seiner außergewöhnlichen Kunstfertigkeit das Publikum begeisterte. Weiterlesen

Die „Sarah Connor – Not So Silent Night Tour ’23“ war zweifellos ein musikalisches Highlight des vergangenen Jahres. Ein elementarer Teil des Erfolgs dieser Tour war der herausragende Percussionist Rhani Krija, der Sarah Connor auf ihrer musikalischen Reise durch Deutschland begleitete. Weiterlesen

Rhani Krija, Kölner mit marokkanischen Wurzeln, ist ein Meisterpercussionist. Im Interview blickt er auf seine erstaunliche Biografie zurück
21.12.2023 Musik Jörg Klemenz Ausgabe: 1/2024

 

Eine kurze Reise zurück in das Jahr 2002: Dein Telefon klingelt. Du hebst ab. Sting ist am Apparat und sagt dir, dass du ab sofort in seiner Band spielen darfst. Wie war das?

Der Anruf erreichte mich genau an meinem Geburtstag. Stings Co-Produzent Eldridge Kipper war am Apparat und fragte mich, ob ich Perkussionist für Sting werden wolle. Speziell für sein Album »Sacred Love«. Sting war total glücklich, denn während den Aufnahmen fing er an zu tanzen. In diesem Moment wusste ich, dass es ihm gefällt. Daraufhin nahm ich auch alle anderen Songs für das Album auf. Einer davon — When­ever I Say Your Name — gewann später sogar einen Grammy. In diesen Momenten der Aufnahmen, wenn du so ganz bei deinem In­stru­ment bist, ist es dir völlig egal, ob da nun ein Superstar danebensteht oder nicht. Ich wollte einfach einen guten Job machen.

Am 8. September bebte die Erde in Marokko. Etwa 2.900 Menschen kamen dabei ums Leben. Wie und wo hast du von dem Erdbeben erfahren?

Ich war zu diesem Zeitpunkt hier in Deutschland. Bei dem Beben sind wieder einmal so viele Menschen ums Leben gekom­men. So ganz verdaut habe ich das noch nicht. Es gibt eine Lehrerin, die ihre gesamte Schulklasse verloren hat. Das ist so traurig. Aber gegen die Naturmächte hat man keine Chance. Und die Wut darüber ist eine andere, als die, die man zum Beispiel gegenüber Kriegen hat. Umso stolzer bin ich, weil Marokkaner aus allen Gebieten des Landes in die betroffene Region gereist sind, um den Opfern des Erdbebens zu helfen.

(Rhani bekommt ein Foto seiner ­Heimatstadt Essaouira vor die Nase gehalten.)Auch ohne Brille weiß ich, dass das Essaouira ist. Die Bildhübsche. Das Wort »Essaouira« heißt wörtlich übersetzt so. Dort wurde ich geboren. Wenn ich an diese Stadt denke, dann kommt mir sofort der unvergleich­liche blaue Himmel und dieses Licht dort in den Sinn. Das hat nicht nur mich, sondern auch schon viele andere Künstler inspiriert. Nicht zu vergessen der permanente Wind, der immer hinter deinen Ohren pfeift. Einen Spielplatz oder Spielzeug hatten wir damals nicht. Das Meer und dessen Umgebung war unser Spielplatz. Und je älter du wirst, desto stärker wächst die Sehnsucht in dir zu erfahren, was hinter dem Meer ist. Man fragt sich: »Was ist eigentlich dahinter?«

»Seit seiner Kindheit hatte er praktischen Umgang mit der in seiner Heimatregion verbreiteten Gnawa-Kultur und -Musik […]«, steht über dich bei Wikipedia geschrieben. Hat diese Kultur nicht auch etwas mit Tieropfern, Trance-Zuständen und der Austreibung böser Geister zu tun?

Genau. Aber deine germanischen Vorfahren haben auch nichts anderes gemacht. Man vergisst das nur oftmals. Die Gnawa-Kultur dagegen stellt sich gegen das Vergessen und bewahrt diese alten afrikanischen Musik-Traditionen. Für Marokkaner ist der vornehmliche Zweck von Musik: Heilung, keine Unterhaltung. Dabei ist es völlig egal, wer du bist, in welcher Position du dich befindest oder zu welcher sozialen Schicht zu gehörst. Seit der Pandemie ist Musik auch genau das für die meisten Menschen hier in Deutschland geworden. Wäre sie nur Unterhaltung, dann wäre das eine ziemliche Erniedrigung für die Musiker:innen und für die Musik selbst. Und natürlich ist ein Stilmittel der Musik, Menschen in Trance zu versetzen. Bist du ein guter Musiker, versetzt du die Menschen in eine Lage, in der sie nicht mehr an ihren Alltag und an ihre Probleme denken. Die Gnawa-Musik arbeitet dahingehend mit ganz einfachen repetitiven Melodien und Rhythmen.

Der kleine Rhani schnappte sich eine tbal (mit Stöckchen geschlagene Fasstrommel) und trommelte einfach drauf los? Nein.

Als Kind in Marokko hörst du erst einmal nur zu. Dass ich begabt war, wusste ich. Aber ich habe meine Begabung zunächst erfolgreich ignoriert.

Inwiefern?

Die energetische Wucht deiner eigenen Begabung zieht dich magisch an. Nur kannst du das alles erst einmal überhaupt nicht einordnen. Wie gehst du da­mit um als Kind? Du willst nur spielen. Aber du weißt nicht wie, wann und mit welchem Instrument. Und für meine Eltern ging es in erster Linie ums Überleben. Um Bildung. Die Gesellschaft in Marokko folgt nicht — wie hier bei uns — der Regel »Mein Schätzchen, komm, du spielst jetzt ein Instrumentchen«. Ich musste mir alles selbst erkämpfen. Erst während der Schulzeit hatte ich meine ersten zaghaften Begegnungen mit den unterschiedlichen Instrumen­ten. Heutzutage erwarten die Men­schen von ihren Kindern immer sofort eine Art Performance. Das ist brutal. Da gibt es oft kein behutsames Herantasten. Das ist pädagogisch eine Katastrophe. ­Kinder verlieren dadurch viel zu schnell ihre erste Liebe für ein In­strument. Ich persönlich hatte an der höheren Schule das große Glück, einem Lehrer zu begegnen, der mein Talent erkannte. Dieser Lehrer war anders als die anderen. Bei ihm durften wir uns direkt an musikalischen Aktivitäten beteiligen.

Ich war Bach-Fanatiker, ohne dass ich es wirklich wusste. Auf meinen Kassetten standen nämlich nie NamenRhani Krija
22 Jahre Marokko, und dann ab nach Deutschland?

Auch hier hatte ich einfach Glück, auf einen Lehrer des Goethe-Instituts zu treffen, der mir seine Leidenschaft für die deutsche Sprache, Literatur und Musik nahegebrachte. Wir haben tatsächlich auch eine Menge deutsche Musik zusammengehört. So habe ich auf fast spielerische Weise Deutsch gelernt, bevor ich schließ­lich den Schritt wagte, nach Deutschland auszuwandern. Hinzu kam: Ich war Bach-Fanatiker, ohne dass ich es wirklich wusste. Auf meinen Kassetten standen nämlich nie Namen. Irgendwann fand ich heraus, wer all diese Stücke, von denen ich so fasziniert gewesen war, komponiert hatte. Johann Sebastian Bach und der Trance-Effekt: Das sind für mich zwei nicht voneinander zu trennende Begriffe.

Also erst die deutsche Hochkultur, dann der Kölner Karneval?

Als Student der E-Technik in Aachen habe ich für ein paar D-Mark gekellnert. Da war ich also seit kurzem hier, angetan von den Kompositionen der Dichter und Denker, und dann kommt einmal im Jahr die Dekadenz. Das musste ich erst einmal verarbeiten. Natürlich habe ich versucht zu erfahren, woher die Karnevalstradition kommt, aber zunächst war für mich das Gefühl präsent: Karneval ist eine Zeit, in der viele Menschen gleichzeitig besoffen sind. Erst später habe ich verstanden, dass Karneval für viele Menschen auch eng mit Ritualen, Spirituellem und Religiösem verknüpft ist.

Ab welchem Punkt wusstest du: Das ist es. Ich komme nicht drum herum, ich möchte Musiker werden?

Dieser Moment kam sehr viel später. Zunächst habe ich die Schule beendet. Nur so bekam ich von meinen Eltern gewisse Freiheiten. Denn: Das Musiker-Dasein in Marokko damals — ohne Schulabschluss — war verpönt. Natürlich, das muss ich zugeben, habe ich auch davon profitiert, dass es früher bei uns kein Jugendschutzgesetz gab. Nur so konnte ich in den Nacht-Clubs und Bars spielen. Die bewusste Entscheidung für diesen Beruf traf ich nach einem Unfall. Erst im Krankenhaus begann sich mein Lebenspuzzle für mich zusammenzusetzen.

Das bedeutet, du hast aus einer Krise heraus entschieden, professioneller Musiker zu werden?

Genau. Vorher konnte ich diese Entscheidung nicht treffen. Da waren einfach viel zu viele Ängste im Spiel. Meine Vorstellungen vom Leben sahen davor ganz anders aus. Und das Schlimmste daran war, dass ich an sie glaubte. Bis ich verstand: »Ich bin doch mein eigener Lebensfilm-Regisseur. Da vorne, am nächsten Fenster, stehen all die Möglichkeiten, die ich habe, für mich bereit.« Aber du traust dich gar nicht, es zu öffnen. Bis schließlich jemand oder etwas — nenne es Universum, nenne es Gott — dir aus vollster Liebe heraus einen schönen Unfall beschert und zu dir sagt: »Im Bett hast du nun genug Zeit, um über deine Zukunft nachzudenken.« Tatsächlich hatte ich dann im Krankenhaus-Bett eine Eingebung und ich hörte eines Nachts diese Stimme, die zu mir sprach: »Du bist geboren, um Musik zu machen. Mach Musik.« Am nächsten Morgen bin ich aufgestanden. Als Musiker.

Wie schaffst du es, bei deinem Erfolg nicht abzuheben?

Stimmt. Ich könnte abheben. Denn: Ich habe alle fünf Kontinente min­destens viermal besucht. Ich war jahre­lang mit Sting auf Tour, habe mit Prince, Peter Gabriel oder Annie Lennox gespielt, stand auf der Bühne mit der großartigen Lady Gaga und mit Stevie Wonder, ich habe für Herbie Hancock, ­Herbert Grönemeyer oder die Black Eyed Peas aufgenommen … Aber: Ich bin einfach nur dankbar. Dankbarkeit ist für mich der Schlüssel zum Erfolg. Wenn ich manchmal nach einem Konzert in einem ­fetten 5-Sterne-Hotel sitze, ist das für mich alles andere als selbst­verständlich. Ich achte ­darauf, dass ich mich erde und dass meine ­beiden Füße fest auf dem Boden stehen. Und darauf, dass ich mich glücklich fühle. Dann stelle ich mir die Frage »Bin ich glücklich?« Nur diese Frage und ihre Antwort ist der einzig wahrhaftige Moment im Moment. Diese Art von innerer Demut ­hindert mich am Ende daran abzuheben.

Du giltst inzwischen als »Weltklasse-Percussionist« (Allmusic). Eine kurze Reise ins Jahr 2024: Dein Telefon klingelt. Du hebst ab. Wer wird am Apparat sein? Was hoffst du?

Das interessiert mich nicht. Das ist eine reine ­Illusion. Ich gebe mir unheim­lich viel Mühe, nicht an morgen zu denken, sondern im Hier und Jetzt mit euch zu sein.

RHANI KRIJA spielt sowohl mit den großen Namen wie Sting, Peter Gabriel, Prince und vielen mehr als auch in zahlreichen kleineren Projekten. Bei allem hat er eine feste musikalische Mission. Worin die besteht, erzählt er im Gespräch.

Den gebürtigen Marokkaner, der schon lange in Deutschland lebt, kennt man vor allem als Percussionisten an der Seite von Sting. In der letzten Zeit ist jedoch so einiges mehr passiert – unter anderem Dinge, die er noch nie zuvor gemacht hat…

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In dieser Podcast-Folge von Boris Beimann ist der weltbekannte Percussionist Rhani Krija zu Gast. Bekannt als „dedicated Sideman“ für Größen wie Sting, Prince und Stevie Wonder, gibt Rhani Einblicke in seine beeindruckende musikalische Laufbahn und seine einzigartige Lebensgeschichte. Weiterlesen

 

Am 23. Oktober 2020 führte Schlagwerk, bekannt für seine handgefertigten Percussion-Instrumente in Deutschland, ein aufschlussreiches Backstage-Interview mit dem renommierten Percussionisten Rhani Krija durch. Das Gespräch fand in der Schleyer-Halle in Stuttgart statt, wo Rhani, ein langjähriger Experte für Sound und Rhythmus, seine tiefgründigen Erfahrungen teilte. Weiterlesen